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Ultra HD: Wann und wie geht's los?

Die Perspektiven von Ultra HD in Deutschland standen im Mittelpunkt des Symposiums "Was bringt Ultra HD?", das die Deutsche TV-Plattform am 26. Februar 2014 beim SWR in Stuttgart veranstaltete.

SWR-Intendant Peter Boudgoust erinnerte an die schrittweise und dadurch erfolgreiche Einführung von HDTV in Deutschland. Auch bei Ultra HD bedürfe es frühzeitiger und gemeinsamer Bemühungen der Branchenpartner für die geordnete Einführung der Technik - aus seiner Sicht sei aber noch Zeit bis zur Marktreife.

Die technisch orientierten Vorträge zeigten, dass es noch einiger Entwicklungsschritte bedarf, damit sich das Potenzial von Ultra HD entfalten und voll genutzt werden kann. Derzeit punktet Ultra HD im Vergleich zu HDTV in erster Linie in der vierfach höheren Pixelzahl. Das erläuterten Norbert Frühauf (Universität Stuttgart) und Johannes Steurer (ARRI). Damit Ultra HD sich auch langfristig zu einer Erfolgsgeschichte entwickeln kann, seien aber der erweiterte Bildkontrast (High Dynamic Range), höhere Bildwiederholungsraten (Higher Frame Rates) sowie mehr Farbabstufungen für die Bilddarstellung die drei wichtigsten Schlüsselfaktoren.

Entsprechende Kameras sind schon im Einsatz, die nicht nur mehr, sondern eben auch "bessere" Pixel liefern. Die Display-Technik entwickelt sich rasant, so dass 2014 Ultra-HD-Displays in die Massenproduktion gehen. Um vom Kinostandard 4K über die neue Videoqualität Ultra HD zu einem neuen Fernseh-Ökosystem zu kommen, bedarf es einer homogenen und wirtschaftlich sinnvollen Produktions- und Verwertungskette sowie entsprechender Standardisierung.

Laut Rainer Schäfer vom IRT stellen die vierfache HDTV-Auflösung und weitere Faktoren erhebliche technische Anforderungen an die Fernsehsender. Rüdiger Kupke von CBC, dem Sende- und Technikdienstleister der Mediengruppe RTL Deutschland, verwies in diesem Zusammenhang auf Lücken in der kompletten TV-Produktionskette und die Bedeutung des neuen Videokompressionsstandards H.265 HEVC für die TV-Sender.

In weiteren Vorträgen standen die Inhalte und Marktchancen von Ultra HD im Blickpunkt. Über konkrete Konzertaufzeichnungen im 4K-Umfeld berichtete Gerd F. Schultze von Music Delight Productions und zeigte anhand von praktischen Beispielen, welche Anforderungen der neue Standard an Inhalte-Produzenten stellt. Alexander Mogg von der Unternehmensberatung Roland Berger zeigte in seiner Analyse zu Ultra HD, das klassisches lineares Fernsehen für die Markteinführung nur eine von mehreren Alternativen ist. Laut seiner Analyse werden internetbasierte Dienste wie Netflix dazu beitragen, dass sich Ultra HD Inhalte sehr bald auf dem Markt etablieren.

Auch in der Podiumsdiskussion unter Moderation der Fachjournalistin Sissi Pitzer wurde deutlich: Ultra HD ist mehr als "nur" Fernsehen. Neben dem Rundfunk auf den klassischen Übertragungswegen wird sich die neue, verbesserte Bildqualität zuerst bei anderen Verteilformen wie Video-on-Demand, OTT und IPTV zeigen. Dazu seien erhebliche Investitionen in Breitbandnetz erforderlich, gab Frank Lonczewski von der Deutschen Telekom zu bedenken.

Pay-TV wird sich ebenfalls als Entwicklungspionier in Deutschland profilieren, erklärte Stephan Heimbecher von Sky und berichtete über Testproduktionen und Überlegungen für Multiview-TV, bei dem verschiedene Bildperspektiven parallel auf dem Ultra-HD-Bildschirm dargestellt werden - und zwar alle in HDTV. Marc Azad von Grundig Intermedia verdeutlichte die Marktchancen für die Gerätehersteller durch Ultra HD, das bereits im Weihnachtsgeschäft 2013 für Wachstum gesorgt hat. Patrick Schappert von Grobi.tv unterstrich das Potenzial von Ultra HD für Heimkino, Events und Public Viewing.

Den Zuschauer nicht zu vergessen, mahnte Tagesmoderator Andre Prahl von der Mediengruppe RTL Deutschland. Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform unterstrich er die Bedeutung des Branchendialogs bei der Einführung des neuen Fernsehstandards. Wolfgang Elsäßer, Geschäftsführer von Astra Deutschland und neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform, rief dabei zur aktiven Mitarbeit in der Deutschen TV-Plattform und ihren Fachgremien auf.

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