facebooktwitter2linkedinyoutube

button googleplaybutton appstorebutton blackberry

Einfache Bedienung entscheidet über Erfolg

Drei Viertel (73 Prozent) der Verbraucher halten laut einer aktuellen Umfrage der Beratungsfirma goetzpartners eine intuitive Bedienbarkeit von Mediendiensten für das wichtigste Qualitätskriterium. Das war einer der zentralen Diskussionspunkte des Panels "Das Nutzererlebnis im Blick: Smarte Benutzeroberflächen für das TV-Gefühl der neuen Generation", das der Technologiekonzern NDS auf den Medientagen München 2012 veranstaltete.

Die Gesprächsrunde untersuchte, wie durch neue TV-Benutzeroberflächen ein überzeugendes Erlebnis für die Zuschauer erreicht werden kann. Moderator Dr. Jörn Krieger, Redaktionsleiter von Rapid TV News Deutschland, unterhielt sich dazu mit vier Experten von Sky Deutschland, Loewe, goetzpartners und NDS. Die TV-Profis erörterten auch die zukünftige Bedeutung und Entwicklung von User Interfaces (UI), also der Benutzeroberflächen, für die Navigation in Medieninhalten.

Auf die Frage, wie die perfekte Benutzeroberfläche aussieht, antwortete Euan Smith, Executive Vice President Product & Operations bei Sky Deutschland, mit einem Satz: "Die perfekte Benutzeroberfläche sieht sexy aus - und darf nicht frustrieren." Smith gab auch Einblick in Zahlen zur Zufriedenheit der Nutzer: "Dank eines coolen Produkts, dass zum Leben der Menschen passt, werden mittlerweile über 40 Prozent der Käufe bei Sky aufgrund von Empfehlungen durch Freunde getätigt."

Ebenso unterstrich goetzpartners die Bedeutung von Weiterempfehlungen, die sich mit dem so genannten "Net Promoter Score" beziffern lassen. Dies erklärt auch, wie deutlich sich neue Benutzeroberflächen auf die wirtschaftliche Performance auswirken: "Besonders Kabelnetzbetreiber können ihren 'Net Promoter Score' in kürzester Zeit um 10 Prozent steigern, wenn sie ihre Benutzeroberfläche aufwerten. Es gibt also eine direkte Beziehung zwischen User Interfaces, Abwanderungsquoten und neuen Umsatzquellen", sagte goetzpartners-Geschäftsführer Dr. Alexander Henschel.

Roland Bohl, Vice President Research and Development bei Loewe Opta, möchte die Markenidentität von Loewe als Premium-CE-Hersteller auch in einer Welt wahren, in der Software-basierte User Interfaces eine immer größere Rolle spielen. Bohl betonte dabei die Wichtigkeit von Neuerungen, die der Nutzer als spürbar sinnvoll erachtet - im Zusammenspiel mit dem typischen minimalistischen Design und der Individualität von Loewe. OTT und Internetanbindung eröffneten zwar die Chance auf die Integration einiger interaktiver "Lean-Forward-Features" in neue Geräte und deren Benutzeroberflächen, jedoch gab Bohl zu bedenken, dass die vorherrschende Stimmung beim Konsumenten im Umgang mit Entertainment weiterhin im "Lean-Back-Modus" bleibe: "Alles hängt von der Situation und dem jeweiligen Kontext ab. Der Konsument muss einfach Spaß an den Funktionen haben können - ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie das überhaupt funktioniert und welche Technologie dahinter steckt."

Auch Olivier Lacour, Vice President Studio Design der Cisco-Tochter NDS, zeigt sich überzeugt: "Gutes Design bedeutet gutes Geschäft - ohne Zweifel." Lacour ist Chefentwickler des Navigationskonzepts NDS Snowflake, das bei ZON, SFR und seit kurzer Zeit auch bei UPC im Einsatz ist. Er vertritt die Meinung, dass ein leicht zu benutzendes User Interface auch eine neue Generation von Komplettlösungen zur Folge haben sollte: Diese reicht dann vom Software-Client im Endgerät bis zum dahinter liegenden Ausspielmechanismus - also entsprechend dem Weg, den NDS zusammen mit Cisco eingeschlagen hat. So wird sichergestellt, "dass eine unkomplizierte Bedienung nicht nur auf Prototypen, sondern auch im Einsatz beim Kunden zuverlässig funktioniert", sagte Lacour.

Lacour nannte auch Zahlen von ZON, dem portugiesischen Fernsehanbieter, der bereits seit 2010 NDS Snowflake einsetzt. "Im Durchschnitt steigert Snowflake bei ZON den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (ARPU) um mehr als 10 Euro, außerdem ergibt sich ein hervorragender Anti-Churn-Effekt und laut der jüngsten Kundenbefragung liegt die emotionale Kundenzufriedenheit bei 90 Prozent."

Auch Apple, Google und Amazon wurden diskutiert: Zwar erwarten alle Panelteilnehmer neue Aktivitäten dieser Firmen im TV-Markt. Allerdings hat sich Apple mit Apple TV sehr schwer getan. Deshalb sehen die Diskutanten die Fernsehbetreiber immer noch in einer sehr viel besseren Position, weil sie den Zugang zu den Inhalten besitzen. Die Wahrung dieser guten Position setzt natürlich voraus, dass die Betreiber das Niveau ihrer Benutzeroberflächen und damit auch das Nutzererlebnis weiter verbessern - bevor die Musik- und Internetgiganten sich dazu entschließen, im TV-Markt in größerem Ausmaß Geld zu investieren und dabei von ihren etablierten, meist vertikalen oder monopolistischen Geschäftsmodellen zu profitieren.

Für die Zukunft erwarten alle Panelteilnehmer die Entwicklung hin zu intuitiveren und noch einfacher zu bedienenden Benutzeroberflächen - in letzter Konsequenz als mehr oder weniger unsichtbares User Interface: Die Vision von Olivier Lacour zielt darauf ab, "die Distanz zwischen dem Nutzer und dem Inhalt so weit wie möglich zu verkürzen, mit dem Ergebnis einer Art von natürlicher Benutzerschnittstelle". "Bedienung durch Gesten oder die Stimme sowie bruchlose Navigation wird Wirklichkeit werden - natürlich als ein gradueller Prozess, aber die Richtung ist eindeutig. Auch wird zunehmend mehr Funktionalität durch die Cloud bereitgestellt sein", ergänzte Euan Smith. Roland Bohl erwartet für die Zukunft "eine Benutzerschnittstelle, die in allen Haushalten und auf allen Geräten gleichartig gestaltet ist und deren Technik auf einem Gateway im Hintergrund läuft".

Moderator Dr. Jörn Krieger fasste die Diskussion, die die Aspekte Technologie, Inhalte und Endkunden miteinander verband, so zusammen: "Was die Verbraucher wirklich wollen, ist ein überzeugendes Medienerlebnis, das ihr Leben vereinfacht. Nur was man leicht bedienen kann, macht auch Spaß - und das ist das simple Geheimnis des Erfolgs."

Die Diskussionsrunde kann hier in voller Länge als Video-Mitschnitt angesehen werden.

Einen Kommentar verfassen

0 / 800 Zeichen Beschränkung
Dein Text sollte zwischen 7-800 Zeichen lang sein
Nutzungsbedingungen.
  • Keine Kommentare gefunden
medienportal

Beliebteste News

  • Vergangene 7 Tage
  • 30 Tage
  • Seit 2010
Der neue Spartenkanal Collection will am 20. November den Sendebetrieb aufnehmen. „Wir arbeiten mit drei klar strukturierten...
Zwischen der Mediengruppe RTL Deutschland und der Deutschen Telekom ist ein heftiger Streit um die Verbreitung der RTL-Sender auf der...
Die Mediengruppe RTL Deutschland beendet am 31. Oktober die DVB-T-Verbreitung ihrer Free-TV-Sender RTL, VOX, RTL II und Super RTL in...
Mit Timo TV ist ein TV-Kaufhaus für Markenartikel gestartet: In moderierten Verkaufsshows werden Produkte und Angebote vorgestellt,...
Die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten wollen die Zahl ihrer HDTV-Sender erhöhen. In drei Jahren könnten Dritte Programme der ARD und...
Die Pay-TV-Plattform AustriaSat will die HD-Versionen der deutschen Privatsender künftig für Satellitenhaushalte in Österreich via...
etg120x60fbtv120x60fbt120x60pp120x60etgc120x60