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Exklusiv: DVB-T-Rückzug wegen hoher Kosten

Channel 21, Bibel TV und das Regionalfernsehen Oberbayern stellen ihre DVB-T-Verbreitung in Bayern wegen der hohen Kosten im Vergleich zu Kabel, Satellit und IPTV ein. Das erklärten die Sender gegenüber Rapid TV News.

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hatte Anfang der Woche mitgeteilt, dass sich die Sender zum 1. Juni 2013 vom digitalen Antennenfernsehen in München und Südbayern sowie im Großraum Nürnberg zurückziehen.

"DVB-T ist ein sehr kostenintensiver Verbreitungsweg", erklärte der Teleshopping-Sender Channel 21. "Bis dato wird Channel 21 in den großen Ballungsräumen mit einer guten DVB-T-Akzeptanz - Berlin, Hamburg, Rhein-Main-Gebiet und Bayern - verbreitet. Die Akzeptanz dieses Empfangswegs wird mit dem Ausstieg der RTL-Gruppe aus der DVB-T-Verbreitung zusehends schwinden. Aufgrund dieser Entwicklung und der hohen Kostenbelastung hat sich auch Channel 21 entschlossen, seine DVB-T-Verbreitung in Bayern einzustellen." Zu den weiteren Verbreitungsgebieten könne Channel 21 noch nicht Stellung nehmen, da man sich derzeit in Verhandlungen befinde.

Auch Norbert Haimerl, Geschäftsführer des Regionalfernsehens Oberbayern (RFO), verweist auf die Kosten. Der Sender ist derzeit als Fenster jeden Abend von 18 bis 19 Uhr auf dem DVB-T-Programmplatz von Channel 21 in München und Südbayern zu sehen. "Mit dem Ausstieg von Channel 21 könnten wir zwar den kompletten DVB-T-Kanal übernehmen, müssten ihn aber auch komplett bezahlen", sagte Haimerl. Diese Rechnung würde für ihn nicht aufgehen, weil die Verbreitungskosten bei DVB-T deutlich höher seien als bei Kabel und Satellit. "Die Kosten-Nutzen-Analyse spricht gegen DVB-T", resümiert Haimerl. Das Antennenfernsehen sei zwar "nice to have, aber keine Erfolgsgeschichte". Hinzu komme, dass DVB-T durch den angekündigten RTL-Rückzug immer uninteressanter werde.

Anders sei dies bei der Satellitenverbreitung, die Haimerl als "Erfolgsgeschichte" bezeichnet. Seit 1. Dezember 2012 ist RFO täglich von 18 Uhr bis Mitternacht über Astra (19,2° Ost) zu sehen, vorher wurde nur zwei Stunden pro Abend gesendet. Die ausgebaute Präsenz auf Astra werde von den Zuschauern "sehr gut angenommen", sagte Haimerl. Der Verlust der täglich einstündigen DVB-T-Verbreitung sei daher zu verschmerzen. Er rät den betroffenen Haushalten zum Umstieg auf Kabel oder Satellit, auch wegen der besseren Bildqualität. Die mobile Nutzung, die via DVB-T möglich ist, sieht Haimerl eher im Bereich der Abrufdienste. RFO bietet dazu im Internet neben dem Livestream eine Mediathek, die mit Smartphones und Tablet-PCs auch mobil genutzt werden kann. Zukunftspotenzial sieht Haimerl zudem in der Over-the-top-Verbreitung via HbbTV für Smart-TV-Geräte mit Internetzugang, die RFO ebenfalls bereits nutzt.

Auch Bibel TV verweist auf Kostengründe. Im Vergleich zu DVB-T seien die Verbreitungswege Kabel, Satellit und IPTV deutlich günstiger. "Bibel TV möchte möglichst viele Menschen mit der guten Nachricht der Bibel erreichen, ist aber gleichzeitig seinen Spendern und Unterstützern für einen sparsamen Umgang mit den anvertrauten Geldern verantwortlich", erklärte der christliche Familiensender. "Daher wägen wir sorgfältig für jede einzelne DVB-T-Region ab, ob die Verbreitungskosten in einem vertretbaren Verhältnis zur Zahl der Haushalte liegen, die ihr Fernsehprogramm tatsächlich über die digitale Antenne empfangen. Für Bayern war das leider nicht der Fall, weshalb sich Bibel TV schließlich gezwungen sah, den Ausstrahlungsvertrag auslaufen zu lassen."

Bibel TV ist in Bayern weiterhin via Kabel, Satellit und IPTV zu empfangen. Auf diesen Verbreitungswegen werden über 90 Prozent der Haushalte erreicht. Parallel dazu wird das Programm auch als Livestream im Internet verbreitet.

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