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DAB+ schlägt LTE bei Digitalradio

Eine digitale terrestrische Hörfunkversorgung ist zumindest in den nächsten zehn bis 15 Jahren nur über das Rundfunkverbreitungsverfahren DAB+ wirtschaftlich sinnvoll. Die Ausstrahlung der Programme über das Mobilfunksystem LTE wäre 40 Mal teurer.

Das ergab ein Gutachten zur Zukunft der terrestrischen Radioversorgung in Bayern, das die TU München im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und des Bayerischen Rundfunks (BR) erstellt hat. Die Ergebnisse wurden auf dem Digitalradiogipfel 2014 beim BR in München vorgestellt.

In dem Gutachten werden die anfallenden Kosten der terrestrischen Radioübertragung in Bayern über DAB+ und LTE verglichen. Grundlage ist die aktuelle Hörfunknutzung in Bayern. Derzeit finden 75 Prozent des Radiokonsums über stationäre Geräte wie die Stereoanlage im Wohnzimmer statt, 25 Prozent mobil, etwa im Auto.

In dem Gutachten geht es speziell um die Kosten für die mobile Radionutzung. Sie entspricht in Bayern einer jährlichen Datenmenge von 133.231 Terabyte. Würde diese Datenmenge bei aktuellen Preisen für mobiles Internet über LTE übertragen werden, würden jährlich Kosten von knapp 617 Millionen Euro entstehen.

Im Falle einer Übertragung über die LTE-Weiterentwicklung eMBMS lägen die Kosten bei 552 Millionen Euro pro Jahr. Dagegen liegen die Kosten bei einer Übertragung über DAB+ lediglich bei rund 15,5 Millionen Euro jährlich.

Das Gutachten kommt daher zu dem Schluss, dass der weitere Ausbau der DAB-Infrastruktur aus wirtschaftlicher Sicht der einzig sinnvolle Weg ist, zumindest in den kommenden zehn bis 15 Jahren eine zukunftsfähige terrestrische Hörfunkversorgung in Bayern zu gewährleisten.

"Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine terrestrische Hörfunkversorgung ausschließlich über LTE aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten für den privaten Rundfunk zumindest mittelfristig nicht in Frage kommt", sagte BLM-Präsident Siegfried Schneider in München. Zudem würden auf Sender und Hörer Kostensteigerungen für die Radionutzung zukommen.

"Die BLM setzt deshalb auf den weiteren Ausbau der DAB-Infrastruktur", erklärte Schneider. "Sinnvoll ist aus unserer Sicht die Nutzung von hybriden Radiogeräten, die den Empfang sowohl von UKW als auch der unterschiedlichen digitalen Standards ermöglichen und damit einen problemlosen Übergang von analoger zu digitaler terrestrischer Radioübertragung gewährleisten."

Die Studie kann auf der BLM-Webseite kostenfrei heruntergeladen werden.

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